Von den fünf Positionen des Menschen
Der Mensch findet seinen Sinn durch fünf Positionen, die er hat, die ihm innewohnen oder die er sich erwirbt:
Zum ersten ist ganz wesentlich die Funktion, die Stellung, die Aufgabe, die er hat. Der Mensch ist Mutter, Köchin, Lehrerin … Je nach Funktion in einer bestimmten Lage hat der Mensch ein anderes Lebensgefühl. Es ist zu wünschen, daß jeder Mensch eine Funktion hat.
Das zweite: Der Mensch hat Geld, ein hohes Einkommen, Vermögen. Das Verfügen darüber, vor allem das Geldausgeben selbst, prägt den Menschen. Ein Mensch, der nur oder vor allem auf dieser Ebene lebt, verarmt innerlich. Und vor allem: Es kann jederzeit genommen werden – und sei es durch eine Krankheit oder einen Unfall.
Zum dritten ist der Mensch eingebunden in tätige Beziehungen: Er ist Mitglied einer Familie, einer Arbeitsstätte, eines Sportclubs, er hat Freunde. Oder eben, er hat dies alles nicht.
Dann ist der Mensch viertens verflochten auf emotionaler Ebene zu anderen Menschen. Er ist verbunden auf der Ebene flüchtigen Kennens, in der familiären Zugehörigkeit, oder in der Liebe – oder auch in dem Haß – zu einem anderen Menschen.
Eine fünfte Ebene ist das Können, das Geschick, die Begabung. Diese Ebene kann der Mensch für sich alleine leben oder auch im Zusammenspiel mit anderen Menschen.
In einer Familie können alle diese Positionen erfahren und gelebt werden; hat man keine Familie mehr, dann kann und sollte man zumindest einzelne Positionen mit anderen Menschen erleben: Im Beruf oder in der Freizeit.
Oder man sucht, eine Wahlfamilie zu schaffen: eine Nachbarschafts-, eine Wohn- oder eine Lebensgemeinschaft im engeren oder weiteren Sinne.
Gerade für Menschen, die keine Arbeit haben und damit keine Position der Funktion, der Stellung und der Aufgabe – sei es wegen Arbeitslosigkeit oder wegen Erreichens des Rentenalters – für diese Menschen ist es ganz wichtig, wenigstens in anderen Positionen zu wachsen und sich innerlich und äußerlich zu stärken.
Hierbei sind die dritte und oder die fünfte Ebene eigentlich für jeden Menschen zugänglich:
Eigentlich jeder Mensch kann sein Geschick und seine Fähigkeit in irgendeinem Bereich steigern und dadurch auch sein Selbstwertgefühl; eigentlich jeder Mensch kann sich um Zugang bemühen in eine tätige Beziehung zu anderen Menschen im Rahmen irgendeines eines Vereins – sei es ein Wanderverein, ein Skatclub, eine religiöse Vereinigung oder eine Selbsthilfegruppe.