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Vom Echo

Wir halten das Echo für etwas Normales, Übliches, Selbstverständliches, Automatisches.

Aber das stimmt sicherlich nicht.

Wer einmal bewußt dem Echo zuhört - gerade hörte ich, wie ein Mäusebussard sein Geschrei ausstieß,; dieses widerhallte an einem kleinen, mit bäumen bedeckten Hügeln. Die Bäume hatten die Blätter verloren, sie standen als Stangen kahl in Reih und Glied vor einem Hang, der in sich relativ geschlossen und gleichförmig war.

Das Echo des Rufens des Bussards kam prompt, präzise und ganz deutlich. Auch wenn der Bussard mehrmals hintereinander einen kleinen Schrei ausstieß, hörte man ein entsprechendes Echo.

Es erscheint sehr unwahrscheinlich, daß dieses Echo ein einfacher Widerhall von Schallwellen ist. Denn eigentlich werden die Schallwellen gebrochen von den Bäumen, auch wenn sie kahl sind; eigentlich werden die Schallwellen in verschiedene Richtungen reflektiert, auch wenn der Hügel einen geschlossenen Eindruck macht.

Es erschient mir vielmehr, als ob das Echo eine bewußte Handlung des Hügels ist - der Hügel als solcher reflektiert, er tut  es als Handelnder.

Dies dürfte insgesamt in der Natur geschehen - die Natur ist in Gesetze eingebunden; aber die Natur handelt und lebt - als Ganzes und in den einzelnen Teilen.

Aus dieser Erkenntnis folgt die Achtung für die Natur, die Hochschätzung - und die bewußte Rücksichtnahme auf die Natur.

Würde auch das wirtschaftliche Handeln der Menschen auf dieser Grundlage geschehen, dann müßte das Benutzen der Erde, das Ausbeuten der Bodenschätze, die Verursachung von Lärm und Geräusch, das Verändern der Oberfläche, das Eindringen in die Erde, das Verschmutzen von Luft, Wasser und Erde und vieles mehr ganz anders gewichtet werden - dann würden viele Dinge plötzlich unbezahlbar sein, dann würden auch die sogenannten Länder der 3. Welt in vielerlei Hinsicht große Vorteile haben als Geber der Rohstoffe unserer Erde.

26.11.2006   Rainer Truöl